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Wanderdünen

Wie so häufig hatten auch auf der Kurischen Nehrung die Eingriffe der Menschen in das ökologische Gleichgewicht schwerwiegende Folgen: Zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert wurden Teile der Nehrung abgeholzt. Die Vegetation aber sicherte die darunter liegenden Sandmassen vor Verwehungen – fehlte die Vegetation, hatte der Wind freien Zugriff. Die Sandmassen, die vorher durch Bäume, Sträucher und Gräser „befestigt“ waren, wurden verweht und begruben ganze Ortschaften unter sich. Einige Orte mussten sogar mehrfach umgesiedelt werden, waren sozusagen auf der ständigen Flucht vor den Wanderdünen.

Im 19. Jahrhundert konnte das Problem durch eine gezielte Bepflanzung sowie eine Errichtung von Strauchzäunen weitestgehend eindämmt werden. In diesem Zusammenhang liest man immer wieder von Namen wie Franz Epha, der Düneninspektor, der den Kampf gegen die Sandmassen mit Bepflanzungsmaßnahmen erfolgreich vorantrieb, oder Oberforstmeister Müller, der ebenfalls an der Bepflanzung der Wanderdünen beteiligt war. Beiden wurde eine Dünenkuppe auf der russischen Seite der Kurischen Nehrung gewidmet – „Ephas Höhe“ und „Müllers Höhe“.