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Natur

Kiefernwälder

Tiefe Kiefernwälder laden zum Spaziergang ein

Das Gebiet der Kurischen Nehrung umfasst zwei Nationalparks: Auf litauischem Staatsgebiet befindet sich der Nationalpark Kursiu Nerija, der Nationalpark Kurschskaja Kossa liegt auf russischem Territorium. Das Reservat auf litauischer Seite wurde 1991 gegründet, der russische Nationalpark besteht seit 1987. Beide Gebiete stehen seit 2000 auf der UNESCO-Welterbe-Liste.

Naturbegeisterte Urlauber und Aktive finden auf der Kurischen Nehrung eine reizvolle Kulisse vor. Die tiefen Kiefernwälder, die wunderschöne Ostseeküste und die fast geheimnisvoll wirkende Dünenlandschaft bilden ein schönes Territorium für Wanderungen, Radurlaube, zu Erholungszwecken oder auch für einen ruhigen Familien- und Strandurlaub. Dabei ist der russische Teil weniger gut erschlossen, der litauische Teil bietet alles, was ein Urlauberherz begehrt. Dies führt allerdings auch dazu, dass auf der russischen Seite die Natur etwas ursprünglicher ist, die südliche Nehrung ist etwas stärker bewaldet als die nördliche.

Nadelbäume sind dominant auf der Kurischen Nehrung, vor allem Kiefern, aber auch Fichten und Lärchen gedeihen hier. Laubbäume werden besonders von Ahorn, Eichen oder Pappeln repräsentiert.

Die Tierwelt ist sehenswert. Viele hoffen auf das Glück, einen Elch zu Gesicht zu bekommen. Von diesen leben mittlerweile wieder einige auf der Nehrung. Aber auch Wildschweine und Biber können den Weg kreuzen.

Die Kurische Nehrung steht vor allem im Focus bei ornithologisch interessierten Besuchern: Sie gehört neben dem Nemunasdelta (Memeldelta) zu den wichtigsten Stationen des Vogelzugs. In der Herbstsaison ziehen tagtäglich Hunderttausende Vögel über die Nehrung, viele Arten leben und brüten aber auch hier. Die Vielfalt der Vogelwelt ist beachtlich: Finken, Meisen, Sperber, Bussarde, Fischadler, Weihen, Austernfischer, Enten, Schwäne und viele, viele andere Vogelarten können je nach Saison gesichtet werden.

Im russischen Rybatschi (ehemals Rositten) befindet sich eine alte Vogelwarte. Sie wurde bereits 1901 von dem Theologen und Ornithologen Johannes Thienemann gegründet. Von da an wurde der Vogelzug auf der Nehrung beobachtet, Vögel gezählt und beringt. Wer die Vogelwarte besichtigen möchte, sollte sich zur Sicherheit vorher anmelden. Südlich von Rybatschi befindet sich die Vogel-Station Fringilla mit ihren reusenartigen Netzen – mit ihrer Hilfe werden die Vögel gefangen, um sie zu zählen und zu beringen.

Nahe Juodkrante (ehemals Schwarzort) auf litauischer Seite befindet sich eine Brutstätte von Kormoranen und Grauen Reihern. Sie soll die größte und älteste in ganz Europa sein. Fast 600 Paare von Grauen Reihern und 1.300 Paare Großer Kormorane sollen hier im Jahr 2000 gebrütet haben. Auf der dortigen Vogelwarte werden pro Saison mehrere tausend Vögel beringt.