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Klaipeda/Smiltyne

Ännchen von Tharau Brunnen in Klaipeda, Litauen

Ännchen von Tharau Brunnen in Klaipeda, Litauen

Wer auf die Kurische Nehrung möchte, reist vielleicht per Fähre über Klaipeda an – so lohnt es sich, die litauische Hafenstadt an dieser Stelle vorzustellen. Zumal einer ihrer Stadtteile, Smiltyne, auf der Nehrung liegt.

Unter den Sowjets war Klaipeda militärisches Sperrgebiet, eine sogenannte „geschlossene Stadt“. Heute hat sie sich herausgeputzt, begegnet ihren Besuchern offen und erwartet sie mit einem freundlichen Erscheinungsbild.

In Klaipeda befindet sich der einzigen Hafen Litauens. Damit ist sie Eingangstor für viele Touristen und wichtiges Handelszentrum. Es gibt Passagier-Fährverbindungen von Kiel nach Litauen, außerdem von Dänemark und Schweden. Klaipeda ist ein idealer Ausgangspunkt für Entdeckungen im Memelland oder auf der Kurischen Nehrung.

Wer sich den Festland-Teil Klaipedas einmal genauer anschauen möchte, kann einen Stadtrundgang am Simon-Dach-Brunnen beginnen. Hier befindet sich die Skulptur des anmutigen Ännchens, das er einst besungen hat  – heute Wahrzeichen Klaipedas. Auch das Theater befindet sich an dem Platz. Es wurde 1857 erbaut, aber schon früher war der Ort Schauplatz für Theaterstücke. Hier tummeln sich außerdem viele Souvenirhändler. Wer auf der Suche nach Bernstein, Schmuck und Handwerkskunst ist, wird bestimmt fündig.

Einen Katzensprung entfernt befindet das Historische Museum von Kleinlitauen. Es bereitet die Geschichte der Region auf. Die vielen Museen Klaipedas sind überhaupt gut geeignet für ein Schlechtwetter-Programm: So kann der Urlauber noch das Uhrenmuseum, das Meeresmuseum in Smiltyne oder das Schmiedemuseum besuchen.

Die Ruine der Memelburg und das Burgmuseum gehören ebenfalls auf die Programm-Liste. Von der mächtigen Burg ist allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Jedes Jahr im Juni finden hier die internationalen Burg-Jazz-Festspiele statt.

Für Auflockerung bei einem Stadtrundgang sorgen ungewöhnlichen Skulpturen, die man vielerorts antrifft: Der Schornsteinfeger, der Geldkrug, der Altstadtwächter in Form eines Hundes, oder der Drache an der Wand der Galerie Peda sind hübsch anzusehen. Und auch die Markthallen sind einen Besuch wert. Hier können Wurstwaren, Gemüse, Brot, Käse und Blumen erworben werden. Für viele Touristen gehört ein Besuch von Markthallen zum Pflichtprogramm, da man hier doch gut das alltägliche Leben der Stadtbewohner beobachten kann. In einem der vielen Cafés oder Restaurants Klaipedas kann man bestens für eine Pause einkehren.

Von Klaipeda aus verkehrt eine Fähre nach Smiltyne (früher Sandkrug), dem Stadtteil, der auf der Kurischen Nehrung liegt. Es gibt eine Fußgängerfähre und eine, die auch Autos transportiert. Smiltyne ist nicht groß und für viele Urlauber nur der Fähranleger auf der Nehrungs-Seite. Für die Einwohner Klaipedas ist Smiltyne ihre Badewanne: Der Ort hat einen schönen Strand, der im Sommer viele Badegäste anzieht. Sehenswert ist auch die Burg Kopgalis aus dem 19. Jahrhundert. Sie beherbergt heute das Meeresmuseum mit Delfinarium und einem großen Aquarium. Auch Robben, Schildkröten und Pinguine sind zu sehen: Gerade mit Kindern ein beliebter und interessanter Ausflugsort. Außerdem bietet die Burg einen guten Ausblick auf Klaipeda. Für ethnografisch Interessierte wartet ein altes Fischergehöft darauf, einen Eindruck vom Leben der Nehrungs-Fischer zu vermitteln.