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Juodkrante

Fischerhaus in Juodkrante, Litauen

Fischerhaus in Juodkrante, Litauen

Die umliegende Bewaldung hat Juodkrante (früher Schwarzort) davor geschützt, der Dünenwanderung zum Opfer zu fallen. Juodkrante ist der älteste Ort auf der Nehrung. Im Laufe der Geschichte wurde er mehrfach verlegt, da die Wanderdünen ihn weiter trieben. Der alte, deutsche Name Schwarzort geht vermutlich darauf zurück, dass der dichte, dunkle Wald den Fischern auf dem Haff als Orientierung diente.

Bunte Fischerhäuschen und schmucke Holzvillen prägen heute das Bild des Fischerdorfes. Die neu gestaltete Promenade lädt zum Flanieren am Haff ein. Im angrenzenden Park werden Skulpturen litauischer Künstler ausgestellt. Auch der Hexenberg (Raganu kalnas) von Juodkrante ist einen Besuch wert. Man wird auf einem Rundweg in die litauische Märchenwelt entführt: 82 hölzerne Figuren verkörpern Sagen- und Märchengestalten und machen den Spaziergang zu einem zauberhaften Erlebnis.

Die kleine Backstein-Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, nachdem ihre Vorgängerin aus dem 18. Jahrhundert einem Brand zum Opfer fiel. Heute finden in der Kirche, nachdem sie nach 1945 zweckentfremdet und als Speicher genutzt  wurde, wieder Gottesdienste statt, auch in deutscher Sprache.

Im 19. Jahrhundert hatte Juodkrante eine kurze Blütezeit in der Bernsteingewinnung, damals wurden hier große Vorkommen entdeckt. Diese waren allerdings nach nur wenigen Jahrzehnten erschöpft. Im gleichen Jahrhundert entwickelte sich auch der erste Tourismus in dem Ort, Einwohner des damaligen Memels und andere Besucher kamen als Badetouristen her. Die Zeit der Bernsteingewinnung und des aufkommenden Tourismus führte zu einem Bauboom, der Schwarzort ein hübsches Villenviertel bescherte.

In Juodkrante gibt es eine Vogelwarte, die allerdings nur saisonal, dem Vogelzug entsprechend, besetzt ist. Südlich des Ortes findet sich eine große Brutstätte von Kormoranen und Grauen Reihern. Wer baden möchte, muss einem etwa 1,5 Kilometer langen Wanderweg auf die Ostseeseite der Nehrung folgen.