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Geschichte

Die Besiedelungsgeschichte der Nehrung reicht mehr als 3.000 Jahre zurück. Namensgeber der Nehrung sind die Kuren, ein baltisches Volk, das vor allem an der Küste bis nach Lettland hinauf siedelte.

Im 15. bis 17. Jahrhundert wurden Teile der Nehrung abgeholzt. Wie so häufig hatte auch dieser menschliche Eingriff schwerwiegende Folgen: Die Sandmassen, die vorher durch die Vegetation „befestigt“ waren, setzten sich in Bewegung und begruben ganze Ortschaften unter sich. Manche Orte mussten teils mehrfach umgesiedelt werden, waren sozusagen auf der Flucht. Im 19. Jahrhundert konnte das Problem durch eine gezielte Bepflanzung weitestgehend eindämmt werden.

In früheren Jahrhunderten war die Nehrung ein wichtiger Verkehrsweg zwischen dem Baltikum und Westeuropa. Besonders als alte Poststraße des 18./19. Jahrhunderts ist der Weg über die Nehrung bekannt. Poststationen waren Sarkau, Rossitten, Nidden und Schwarzort.

Im 20. Jahrhundert erlebte die Nehrung eine wechselvolle Zeit. Das Gebiet gehörte zur Region Ostpreußen und damit zu Deutschland. Der Erste Weltkrieg führte zur Teilung der Nehrung. Mit dem Zweiten Weltkrieg fiel das gesamte Gebiet dann unter sowjetische Herrschaft, teilte sich auf in die Russische und die Litauische Sowjetrepublik.

1961 wurden unter dem Namen Neringa die Orte der litauischen Seite der Nehrung zu einer Stadt zusammengefasst. Der Name geht zurück auf die Legende um das schöne Mädchen Neringa, das die Nehrung erschaffen haben soll. Neringa ist gleichzeitig der litauische Name der Landzunge.

Mit der Unabhängigkeit Litauens von der Sowjetunion 1991 gehört der nördliche Teil der Landzunge zum unabhängigen Litauen, der südliche Teil zu Russland (Exklave Kaliningrad). 2004 trat Litauen der EU bei, damit verläuft seither eine EU-Außengrenze quer über die Nehrung. Seit 2000 gehört die Kurische Nehrung zum UNESCO-Welterbe.